Erstellung von Wertpapierprospekten

Unternehmen, die von Anlegern Geld einsammeln möchten, tun dies oft über den Verkauf eigener Aktien oder die Aufnahme von Darlehen von Investoren. Sobald die Kapitalaufnahme über kapitalmarktfähige, also frei handelbar ausgestaltete Wertpapiere und im Rahmen eines öffentlichen Angebots an Anleger erfolgt, ist nach dem Wertpapierprospektgesetz und der EU-Prospektverordnung für die Wertpapieremission ein Wertpapierprospekt zu erstellen, der vor dem ersten Angebot der Wertpapiere auf dem öffentlichen Markt von der zuständigen Aufsichtsbehörde BaFin gebilligt werden muss. Kapitalmarktfähige Finanzinstrumente sind insbesondere Aktien und damit vergleichbare Finanzinstrumente sowie Schuldverschreibungen wie Genussscheine oder Optionsscheine. Die Erstellung eines Wertpapierprospekts ist eine komplexe und sowohl rechtlich als auch organisatorisch herausfordernde Aufgabe. Je nach konkreter Art des anzubietenden Finanzinstruments müssen Informationen über den Emittenten, seine Gesellschafter und die unternehmenstragenden Personen, die Marktposition des Unternehmens sowie aktuelle Trends in der betreffenden Branche, über das anzubietende Wertpapier selbst in Bezug auf seine rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Ausgestaltung sowie über die mit einer Investition in das Wertpapier bzw. den Emittenten verbundenen Risiken aufgenommen werden.

Ablauf einer Wertpapierprospekterstellung

FIN LAW führt am Anfang eines jeden Kapitalmarktvorhabens eine ausführliche und grundlegende Beratung durch, um die Interessenlage und die Zielsetzung des Mandanten genau zu erfassen. Nur auf diese Weise bekommt der Mandant den notwendigen Überblick über seine Möglichkeiten und ist in der Lage einzuschätzen, welche Art von Finanzinstrument für sein Vorhaben am besten geeignet ist und wie ein öffentliches Angebot des Finanzinstruments konkret ausgestaltet werden muss. Sind die Eckpfeiler des Projekts abgesteckt, wird zunächst das Wertpapier selbst rechtlich entworfen und der rechtliche Ablauf der Emission festgelegt. Anschließend sind vom Mandanten die in den Wertpapierprospekt aufzunehmenden Informationen zusammenzutragen und aufzubereiten. FIN LAW unterstützt seine Mandanten bei der Erstellung des Wertpapierprospekts bis eine einreichungsfähige Prospektversion vorliegt. Anschließend vertritt FIN LAW seine Mandanten in dem bei der BaFin durchzuführenden Billigungsverfahren.

EU-Passporting und Wertpapierprospekt

Die EU-Prospektverordnung ist innerhalb der Europäischen Union unmittelbar anwendbar und bietet so die Grundlage für einen harmonisierten Kapitalmarkt zwischen den Mitgliedstaaten. Um Emittenten den Zugang zu weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu erleichtern, schuf der europäische Verordnungsgeber die Möglichkeit, über ein verhältnismäßig einfaches Notifizierungsverfahren einen in einem Mitgliedstaat bereits gebilligten Wertpapierprospekt in anderen Mitgliedstaaten ohne die Erforderlichkeit eines weiteren Billigungsverfahrens für ein öffentliches Angebot der Wertpapiere zu nutzen. Den Zielstaaten ist freigestellt, die Übersetzung der dem Wertpapierprospekt vorangestellten Zusammenfassung in die Landessprache oder eine in Wirtschaftskreisen allgemein gebräuchliche Sprache zu fordern. Die Übersetzung des gesamten Wertpapierprospekts ist nicht erforderlich. Die Bundesrepublik Deutschland hat für Wertpapierprospekte, die nicht in deutscher Sprache verfasst sind und im Bundesgebiet als Grundlage für ein öffentliches Angebot von Wertpapieren verwendet werden sollen die Übersetzung der Prospektzusammenfassung in eine in internationalen Finanzkreisen gebräuchliche Sprache ermöglicht, sofern das angesprochene Zielpublikum ausreichend informiert erscheint.